Die erste Nacht in unserem Camper war für mich reichlich unruhig. Immer wieder sind mir meine Arme eingeschlafen und irgendwie muss man sich ans vorsichtige Umdrehen gewöhnen. Clemens hat neben mir recht gut geschlummert. Um 6:40 hatte ich endgültig die Nase voll mit offenen Augen auf Schlaf zu hoffen und da die Sonne bereits durch die Vorhänge hinein schien, beschloss ich meine Sachen zusammen zu suchen und zur den Duschen zu gehen.
Als ich vom Bad wiederkam war Clemens fast fertig unser Bett zu verräumen und dann tauschten wir die Rollen. Er raus aus dem Bus, ein bisschen Frühsport machen und ich rein in den Bus, die Klamotten umräumen und das Frühstück vorbereiten.
Der nette Platzbesitzer kam auf uns zu und bat freundlich, in holprigem Deutsch, um das Geld für unsere Übernachtung und schon fanden wir uns beim Frühstück wieder.
Nach dem leckeren Mahl, bestehend aus Cornbread und Pizza vom Vortag, haben wir uns an unsere gewohnten Aufgaben gemacht. Clemens ging abwaschen und ich habe den Bus weiter klar Schiff gemacht.
Wir hatten uns für den Tag grobe Pläne überlegt und beschlossen vor dem Aufbruch erst noch unsere Posts für den Blog zu erstellen. Wir hinkten ein bisschen hinterher und brauchten rund eineinhalb Stunden bis wir alle Posts geschrieben und mit Bildern versehen hatten (die Internetanbindung auf dem Platz war erstaunlich schnell!). Nun sind wir tatsächlich auf dem neuesten Stand und haben das Gefühl, gut für die Reise vorbereitet zu sein.
Um kurz nach 12 haben wir uns erst von dem kleinen Campingplatz verabschiedet und sind in die Altstadt gefahren. Unser erster Halt war an dem Park vor der Kuresaare Burg, die besterhaltenste Burg im ganzen Baltikum. Die Mauern hatten eine immense Stärke und die Festung selbst war komplett unversehrt. Wir sind durch den einen Eingang hinein gegangen, haben die kleine Anlage einmal umrundet und sind dann beim nächsten Eingang wieder hinausgegangen. Der Weg zurück zum Bus führte durch den kleinen märchenhaft wirkenden Park.
Nach einer etwas kuriosen Rückfahrt in das Stadtzentrum (einfach zweimal rechts fahren, um zurück auf die Hauptstraße zu kommen, anstatt zu wenden, wollte hier in Kuressaare nicht recht klappen).
In der Innenstadt liefen wir noch schnell drei Geschäfte an, um uns ein wenig mit Süßem, Handcreme und Obst einzudecken und schon waren wir auf der Straße Richtung nordwestlichem Aussichtspunkt der Insel.
Unterwegs dann das unfassbare. Die Straßen sind nicht viel befahren und als erstes sehen wir einen Fuchs über die Straße huschen. Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Als nächstes steht ein Reh (oder war das etwa...) mitten auf der Straße und verweilt dort noch eine ganze Weile, obwohl es uns auf sich zukommen sieht. Wir fahren langsam vorbei, falls noch weitere aus dem Wald die Straße überqueren wollen. Das dritte Tier sehe ich schon von weitem. Es wirkt etwas dunkler und steht am linken Straßenrand. Ich bitte Clemens etwas langsamer zu fahren, falls das Tier lieber die Straße überqueren möchte (es sieht recht groß und schwer aus, im Kontaktfall gefährlich), als in den Wald zurück zukehren. Als wir nur noch 15m entfernt sind, ist es eindeutig! DA STEHT EIN ELCH! Unser erster freilaufender Elch! Noch bevor wir auf seiner Höhe sind, dreht er sich um und eilt zurück in den Wald. Einfach klasse!
Der feste Straßenbelag stoppt hier immer etwas unerwartet und so fanden wir uns, gut 30 Minuten vor unserem bei google eingegebenen Ziel, auf einer Schotterpiste wieder. Man kann es jetzt Glück oder Pech nennen das google mit seiner Angabe falsch lag. Nach rund zehn Minuten erreichten wir das offizielle Straßenende für PKW. Zwar wäre der Weg breit genug gewesen für uns, aber wir wollten keine Regeln brechen. Somit stellten wir den Wagen ab und da wir keine Lust hatten auf eine 5km Tour zum Leuchtturm, sowie den Rückweg, beschlossen wir einfach einmal querfeldein zu stapfen in die Richtung in der wir das Meer vermuteten.
Der feste Straßenbelag stoppt hier immer etwas unerwartet und so fanden wir uns, gut 30 Minuten vor unserem bei google eingegebenen Ziel, auf einer Schotterpiste wieder. Man kann es jetzt Glück oder Pech nennen das google mit seiner Angabe falsch lag. Nach rund zehn Minuten erreichten wir das offizielle Straßenende für PKW. Zwar wäre der Weg breit genug gewesen für uns, aber wir wollten keine Regeln brechen. Somit stellten wir den Wagen ab und da wir keine Lust hatten auf eine 5km Tour zum Leuchtturm, sowie den Rückweg, beschlossen wir einfach einmal querfeldein zu stapfen in die Richtung in der wir das Meer vermuteten.
Es war tatsächlich dort. Ein kilometerlanger, halbmondförmiger Sandstrand. Übesäht mit kleinen Steinen und Muscheln. Der Wind rauschte uns um die Ohren und durch das Schilfgras und die Wellen schwabten ruhig auf den Strand. Wir standen einfach einen Moment da, ließen uns von der Sonne anstrahlen und genossen die salzige Luft, bevor wir zum Bus zurückkehrten.
Der nächste Stop sollte das eine Stunde Fahrt entfernte Panga sein. Zurück auf der befestigten Straße mussten wir anhalten, damit ich ein paar vierbeinige Freunde streicheln konnte.
Danach ging es ohne Unterbrechung weiter nach Panga. Hier erwarteten uns 21,3m hohe Steilklippen. Zwei Plateaus befinden sich oberhalb des Meeresspiegels und der dritte einige 100m entfernt im Wasser. Vorbei am samtpfotigen Parkwächter - wir hielten die Katze auf dem Mülleimer zuerst für eine Statue, da sie sich einfach nicht bewegte - weiter zu den Klippen.
Die größte Insel Estlands hat wirklich etwas zu bieten.
Während unseres Aufenthalts sind unentweg ganze Vogelschwärme über uns hinweggezogen. Ein faszinierendes Schauspiel.
Gegen kurz nach sieben begaben wir uns, mit diversen Unterbrechungen zum fotografieren, auf den letzten Abschnitt unserer heutigen Etappe.
In Leisi soll es einen kleinen Hochseilgarten geben, der frei zugänglich ist. Diesen wollen wir auf alle Fälle noch ausprobieren. Vor Ort angekommen beschließen wir, den Hochseilgarten erst am Mittwoch Morgen zu testen. Uns beide plagt der Hunger und wir suchen einen kleinen Campingplatz auf, um hier unser Nachtlager aufzuschlagen.
In Leisi soll es einen kleinen Hochseilgarten geben, der frei zugänglich ist. Diesen wollen wir auf alle Fälle noch ausprobieren. Vor Ort angekommen beschließen wir, den Hochseilgarten erst am Mittwoch Morgen zu testen. Uns beide plagt der Hunger und wir suchen einen kleinen Campingplatz auf, um hier unser Nachtlager aufzuschlagen.
Abendessen, zwei Runden Rummikub und dann ab Richtung Bett. Ein wirklich schöner zweiter Tag auf der Insel.
Mit dem heutigen Tag hat unser Bus im übrigen die 320.000km Marke geknackt! :)
Mit dem heutigen Tag hat unser Bus im übrigen die 320.000km Marke geknackt! :)
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