Dienstag, 23. Mai 2017

Ab ins Landesinnere von Finnland

Nach einem gemütlichen Frühstück auf dem Camping Platz in Tampere, sind wir weiter in die Innenstadt gefahren. Wir lösten ein Parkticket für eine Stunde und zogen, mit dem kleinen Stadtplan, den wir am Camping Platz bekommen hatten los in die Altstadt. 
Das einzige Hochhaus in Tampere
Es zeigte sich ein ungewöhnliches Stadtbild. Neben wunderschönen Altbauten standen plötzlich ganze backsteinerne Fabrikenanlagen samt Schornsteinen. Ein Anblick den man aus Deutschland nicht mehr so gewöhnt ist. Wir drehen unsere Runde durch die Altstadt, kommen am Handwerker Viertel vorbei, gehen über den Platz mit der alten Stadthalle und einer alten Kirche, biegen ein in eine Straße in der wir das Musiktheater finden.
Handwerker Viertel


Industrie mitten in der Innenstadt

Theater
Altstadt
Stadthalle

Altstadt
Danach geht es zum Fluss und von dort über eine Fußgängerbrücke, quer durch ein Kaufhaus zurück zu unserem Parkplatz. 
Zurück am Fluss
Straßenkunst
Fußgängerbrücke
 Natürlich stoppe ich noch einmal um eine Kirche samt Monument zu fotografieren. Diese Innenstadt hat uns ein wenig besser gefallen als die von Turku.
Drei Türme


Kirche
Mit dem Auto halten wir noch fix beim einem Lidl (diese Supermarktkette ist relativ neu in Finnland und macht den einheimischen Supermärkten, dank günstiger Preise, reichlich Konkurrenz) gehalten und dann geht es auf die erste Etappe unserer heutigen Strecke, nach Jyväskyla (die Stadt mit dem unaussprechlichen Namen – naja, eine von denen…).

Die Stadt erreichen wir nach rund zwei Stunden. Wie bei Turku und Tampere fahren wir sofort in die Innenstadt. Am Hauptbahnhof finden wir einen Parkplatz und lösen wieder ein Ticket für eine Stunde. Bisher sind wir mit dem Konzept gut gefahren (höhö). 
Hauptbahnhof



Wir schlendern zur Touristeninfo und holen uns einen Stadtplan. Jyväskylä soll DIE Stadt sein, wenn man Architektur von Alvar Aalto sehen will. Trotz des Stadtplans, können wir die Häuser nicht wirklich finden und so spazieren wir einfach durch die Gassen. Vorbei an der Stadtkirche und der Stadthalle zurück zum Bahnhof. 


Schule

Stadtkirche

Stadttheater
Hmm, irgendwie war die Innenstadt jetzt nicht so überragend. Was nun? Clemens schlägt vor das wir das Alvar Aalto Museum besuchen und ich lasse mich mitreißen. 
Wohnhäuser mit Müllhäuschen davor

Ein Glück, denn die Ausstellung über den Designer und Architekten lohnt sich wirklich. Die Modelle werden mit Licht richtig in Szene gesetzt und auch die Schautafeln, mit chronologischen Angaben, machen etwas her. Die Aufmachung der Ausstellung gefällt mir sehr und nach rund einer Stunde sind wir durch und wieder am Bus.
Anmerkung: Natürlich ist Alvar Aalto ein international arbeitender Architekt (gewesen) und nicht nur in seiner Heimatstadt Jyväskylä bekannt und vertreten.
Universitätsgebäude gegenüber vom Alvar Aalto Museum
Alvar Aalto Museum
Im Treppenaufgang eines seiner bekannten Designobjekte


Wohndesign
Krankenhausdesign
Leuchten
Arbeitszimmer mit großem Schreibtisch
Modell im Aufsteller
Präsentation von Modellen
Modellpräsentation an Aufstellern

Stühle
Biegewerkstatt




Blick in den Ausstellungsraum
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Den zweiten Teil der Strecke fahre ich, da Clemens sich ein wenig k.o. fühlt. Unser nächstes Ziel soll Oulu im Norden Finnlands sein und bis dahin sind es gut 340km. Ich fühle mich noch immer fit und so suchen wir einen Camping Platz der nach rund 220km entlang der Strecke liegt. Vorbei an Wäldern, die Seen haben wir längst hinter uns gelassen, geht es immer weiter Richtung Norden. Auf der Fahrt nutze ich die Gelegenheit um zweimal anzuhalten. Das erste Mal bei einer Häusergruppe, die vor einem Wald steht und das zweite Mal bei einem Rastplatz, bei dem ich beim langsameren Vorbeifahren ganz viele Glocken wahrgenommen haben. Wir steigen aus und gucken uns die aus Deutschland stammenden Glocken etwas näher an. Manche sind blau, manche grün, manche ein wenig rosa. Jede ist mit christlichen Texten versehen.
Häusergruppe zwischen Jyväskylä und Kärsämäki

 
Rasthof mit Glocken








 
Es geht weiter Richtung Camping Platz. Nach 210 km Fahren kommen drei Kreisel und dann ist der Platz schon auf der linken Seite zu sehen. Zu unserem Pech ist er bis zum 01.06. geschlossen, zu unserem Glück ist das kleine Haus mit WC und Dusche geöffnet. Wir bereiten uns ein kleines Abendessen zu und fangen an den Bus abzudunkeln. Um 23:00 ist es noch immer hell und eine halbe Stunde später fallen mir die Augen zu.

Irgendwann verlässt Clemens den Bus, um das Bad aufzusuchen. Vom Schließen der Schiebetür werde  ich wach. Meine Schlafmaske hatte sich selbstständig gemacht und reichlich Licht dringt durch die Vorhänge. Als Clemens zum Bus zurückkehrt frage ich nach der Uhrzeit, irgendwie fühle ich mich doch noch reichlich müde. Er meint es sei gerade mal 2:00 Uhr. Erstaunt öffne ich die Klettverschlüsse des Vorhangs und schaue hinaus. Die Sonne war zwar noch nicht aufgegangen, dennoch war es taghell draußen! Verrückt! Wir waren noch nicht mal am Nordkap und schon jetzt hatten wir diese enorm langen Tage!

Ich frage mich wie dunkel es in ein paar Tagen werden wird, wenn wir noch weiter im Norden sind.
Mir fallen die Augen wieder zu und ich versinke im Schlaf bis zum Morgen.

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