Montag, 15. Mai 2017

Auf nach Saaremaa

Um halb acht am Morgen ist Clemens zur Werkstatt aufgebrochen und in der Zeit habe ich mich weiter um die Wohnung gekümmert. Immer mit einem Ohr beim Handy bin ich durch alle Zimmer gerannt und habe Dinge von A nach B geräumt. 
Per WhatsApp hat mich Clemens auf dem Laufenden gehalten. Die Ankunft des KFZ Meisters, des Ersatzteilmenschen, das bei vorhandenem Ersatzteil nur Stunden nötig wären den Wagen zu reparieren und bei nicht vorhandenem eine Bestellung des Teils von Nöten wäre.
Um viertel vor neun stand Clemens mit repariertem Wagen wieder vor unserer Tür. Es hatte sich eine Schraube gelöst! Kostenpunkt: 20 Euro für die halbe Stunde Arbeitszeit! 
Yippieh es darf also doch schon heute losgehen!

Nun hieß es Attacke, Clemens stopfte sich Frühstück in den Mund während ich versuchte die restlichen Dinge zusammen zu tragen. 
Es war ein wildes Hin und Her, zwischen Wohnung und Bus, Wohnzimmer und Abstellkammer, Waschmaschine und Wäscheständer und zwischendrin immer mal wieder dem Staubsauger. 
Unsere Vermieterin stand püntklich vor der Tür und nach einem kurzen Austausch brachten wir die letzten Ladungen runter zum Auto, klemmten uns noch das Fahrrad unter den Arm und ohne uns wirklich von der Wohnung zu verabschieden standen wir an unserem Bus. 

Fahrrad ab auf die Halterung, eine runde Tetris mit unseren Taschen und anderen Gepäckstücken und dann wurde der Schlüssel in der Zündung umgedreht. Die nächsten Stopps waren der Briefkasten, unser Supermarkt um die Ecke, der Second Hand Laden und beim rausfahren aus Tallinn noch eine Tankstelle. 

Wir waren tatsächlich auf der Straße! Saaremaa wir kommen! 
Es tröpfelte leicht auf dem Hinweg (also bestes Reisewetter ;) ) und als wir Virtsu erreichten, dem Ort von dem die Fähre abfahren würde, klarte der Himmel auf.
Wegen unseres Ausflugs nach Hiiuma kurz vor Weihnachten, stellten wir uns auf Wartezeit an der Fähre ein. Zwar stand ein Schiff bereit, aber online hatte uns der Fahrplan angezeigt das wohl keine Fähre gehen würde, erst in 40 Minuten wieder. Wir kauften die Tickets am Schalter und fuhren weiter durch die Schranke, da schaltete das Licht der Ampel direkt weiter auf grün und wir konnten auf die Fähre fahren. Dort standen bereits einige Autos und wir fragten uns ob die Fähre um 14:05 wohl doch fahren würde, da schloss sich bereits hinter uns das große Tor und die Fähre legte ab!
Yeay, wir hatten Zeit gut gemacht!

Nach nicht mal einer halben Stunde erreichten wir die kleine Insel Muhu, die vor Saaremaa liegt. Über einen Damm gelangten wir auf die größere Insel und nach nur wenigen Kilometern hatten wir unser erstes Ziel erreicht. Der Nationalpark Koigi versprach eine ähnliche Landschaft wie der Nationalpark Lahemaa zu sein. Gut eineinhalb Stunden waren wir dort unterwegs, den See zu umrunden stand nicht auf unserem Plan, aber zumindest einmal auf dem rekonstruierten Metallweg zu laufen.










Am Bus angekommen hatten wir von der frischen Luft und dem voranschreiten der Zeit beide richtig Appetit und beschlossen unser Abendbrot einfach dort auf dem Parkplatz abzuhalten. Kocher aufbauen, Suppe in den Topf, Brot in Stücke reißen und los.

Da die Sonne immer noch schien fuhren wir zum nächsten Ziel. Dem kleinen und auf den ersten (und zweiten) Blick unscheinbar wirkendem Dorf Kaali. Hier ist vor ungefähr 3400-7600 Jahren ein Meteorit von 3-6m Durchmesser eingeschlagen und hat dabei einen beachtlichen Krater hinterlassen. Wir umwanderten den Krater, überall blühten weiße und gelbe Blumen, die Bäume warfen Schatten und die Sonne glitzerte auf dem Wasser. Es wirkte ein bisschen wie aus einer anderen Welt.







Estland als Mittelpunkt der Welt :D





Unser nächster Halt sollte die Hauptstadt der Insel sein. Hier heißt die Stadt Kuuresaare, auf vielen deutschen Karten ist es noch Arensburg. Nachdem wir einen Campingplatz ausfindig gemacht hatten, ging es mit dem Wagen zur Innenstadt. Dort stellten wir ihn auf einem Parkplatz ab und machten uns zu Fuß auf den Weg. Hier eine Mühle, da ein interessanter Kampf zwischen Katze und Raabe, weiter zur Burg, die ein Ausflugsziel für den morgigen Tag sein soll, zurück Richtung Altstadt und dort in ein italienisches Restaurant. Frische Luft macht hungriger als erwartet. Somit gab es ein zweites Abendessen.







Kurz vor zehn kamen wir am Camping Platz an, wir bauten alles um und fielen realitiv schnell ins Bett. Mal sehen, wie kalt es werden würde und wie schnell wir wieder in den Rhytmus des Umpackens kommen.

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