Nach einem ausgiebigen Frühstück - es gab Porrigde mit Kondensmilch und Obst - haben wir unseren Sachen im Bus mal wieder rumgestapelt und uns dann auf den Weg Richtung Lao gemacht.
Wir hatten nur auf der Karte gesehen, dass dies ein Aussichtspunkt bei Pärnu sein soll und beschlossen den wolkigen Vormittag dazu zu nutzen dort vorbei zu fahren und nebenbei die Zusatzbatterie vom Bus ein bisschen aufzuladen.
Wie Mare und Janis, aus Riga, uns erzählt hatten, bemerkten wir nun auch die Veränderungen der Landschaft in Estland zu Lettland. Die Bäume sind etwas kleiner, insgesamt wirken die Wälder am Strassenrand sehr dicht. Hier und da tauchen verträumte Orte auf und man fährt durch eine Baumallee, durch dessen Blattwerk die Sonne vereinzelt Licht auf den Asphalt wirft.
Nach nicht mal eineinhalb Stunden sind wir in Lao angekommen. Hier fährt zwei bis dreimal täglich eine Fähre zu den kleinen Inseln. Wir stellen unseren Wagen abseits vom Parkplatz in einen Schotterweg und gehen zu Fuß weiter Richtung Wasser. Der Wind weht den salzigen Meeresduft von allen Seiten zu uns rüber und wir lauschen dem unaufhörlichen Rauschen des Seegrases, dass von den Böen hin- und hergeworfen wird. Ich darf endlich meinen alten Freund das Meer wieder begrüßen und spüre, wie wohl ich mich hier fühle, fern ab der Heimat, fern von München. Das Meer hat schon was für sich und wir schlendern ein bisschen über die Felsen und beschließen kurzerhand unser Mittagessen noch an Ort und Stelle zu uns zu nehmen und dabei dem Seegras zuzusehen.
Der Wunsch nach dem Strand ist plötzlich gar nicht mehr so groß, gegen 14:00 Uhr machen wir uns dann doch auf den Rückweg um den Sonnenschein zu genießen, der sich über die letzten Stunden mehr und mehr durch die Wolken gekämpft hat.
Die letzten Stunden des Tages verbringen wir am Strand von Pärnu, genießen Eis, ich lerne ein bisschen Englisch und Clemens fährt mit dem Longboard die Promenade auf und ab.
Am Abend kehren wir nochmals auf dem Campingplatz ein, stellen uns dieses Mal an einen anderen Platz. Geschickter weise unter die einzig sich auf dem Platz befindende Laterne, die uns mit ihrem orangenen Licht die ganze Nacht den Wohnwagen ein bisschen erhellt...

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