Der Tag war heute relativ konstant grau in grau. Deshalb hatten wir auch nicht so richtig die Motivation, uns viel draußen zu bewegen. Eigentlich wollten wir einen weiteren Spaziergang durch die Altstadt machen, weil wir ja gestern unsere Kamera nicht dabei hatten, aber irgendwie sind wir dann doch den ganzen Tag in der Wohnung geblieben, haben aufgeräumt, Wäsche gemacht, Blog geschrieben...
Bis wir dann gegen 16 Uhr doch endlich raus gegangen sind mit der Mission, einen günstigeren Supermarkt (als den gleich um die Ecke) zu finden. Maxxxima (ja, mit drei 'x'. Das kennzeichnet die Größe dieses Geschäftes. Ich finde es irgendwie immer ein bisschen merkwürdig mit diesen drei X im Namen drin. Hat für mich was anzügliches. Auch so zum Beispiel beim Möbelhaus XXXLutz... aber das bin wahrscheinlich nur ich.) hat uns den ersten Schrecken nun ein bisschen nehmen können. Reto meinte zwar bereits, dass es in Estland keine so niedrigen Preise wie beispielsweise bei Aldi oder Lidl gibt, aber zumindest haben wir noch etwas günstigeres gefunden als dass, was wir zunächst aufgetan haben - bis auf Kosmetikprodukte, da werden wir uns wohl ein Care-Paket zuschicken lassen.
Am Abend waren wir noch zum Essen eingeladen bei Alexandr und seiner Familie. Er hatte uns gestern direkt nach dem Gottesdienst noch eingeladen. Aufgrund seiner Schwierigkeiten mit der Wortfindung im Englischen habe ich mir schon Sorgen gemacht, wie der Abend wohl verlaufen würde. Doch auch wenn es mir manchmal etwas Geduld abverlangt hat, so waren die Gespräche am Abend doch teilweise sehr tiefschürfend und thematisch breit gefächert. Ich habe viel über die jüngste Geschichte Estlands und dessen soziale Herausforderungen gelernt.
Die Sprache ist für uns so ein wichtiges Werkzeug, dass wir ohne sie manches mal echt aufgeschmissen sein können. Es ist wichtig, sich klar zu machen, dass jemand, der sich nicht richtig in (m)einer Sprache ausdrücken kann, deswegen noch lange nicht nichts auf dem Kasten hat. Ich finde diese Lektion sehr wertvoll und bin für die Wiederauffrischung deshalb auch sehr dankbar :)
Zum Essen selbst kam auch noch ein weiteres Ehepaar aus Alexandrs Familiengruppe zu besuch: Alexander und Angelika (ja, Alexand(e)r, kurz Sascha, ist hier ein sehr verbreiteter Name!). Mit Alexandrs Frau Kristi und deren beiden Töchtern waren wir somit zu acht und hatten einen wundervollen Abend bei Salat und estnischem Sushi.
Als wir uns auf den Heimweg machten, fing es gerade leicht an zu regnen. Während wir uns im Auto durch das Stadtzentrum in Richtung unserer Wohnung bewegten, nahm der Regen jedoch derart zu, dass auf den Straßen reißende Flüsse entstanden und die Straßenmarkierungen teilweise nicht mehr zu sehen waren. Als mir das aufgefallen ist, war es jedoch schon zuspät: ein Mercedes zu meiner Linken hatte mich knirschend darauf aufmerksam gemacht, dass die Fahrbahn hier zweispurig verläuft. Ich bin sofort rechts rangefahren, er jedoch nicht. Nun haben wir eine Delle und einen Kratzer mehr. Nicht gerade die Art Souvenir, die man sich so wünscht, aber naja. Das Auto hat eh schon an der ein oder anderen Stelle einen abbekommen und es ist sonst niemandem etwas passiert (wie es um den Mercedes steht, kann ich natürlich nicht sagen; der ist ja weitergefahren...)
Wir wissen also nun: Es gibt nennenswerte Preisunterschiede, das Wetter schwankt tagesweise zwischen Sonnenschein und grau-in-grau, aber immer windig, und unsere estnischen Geschwister halten uns mit Überraschungen auf Trap!
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