Mittwoch, 14. Juni 2017

Ungarische Gastfreundschaft in Norwegen

Györgyi ist eine quirlige und sehr fröhliche Studentin, die wir während der Campus Konferenz in Tallinn kennengelernt hatten. Sie ist ursprünglich aus Ungarn und seit rund fünf Jahren in Oslo zu Hause. Noch vor unserem Reiseantritt hatten wir Kontakt mit ihr aufgenommen und sie versprach uns zu helfen eine Unterkunft für unsere Zeit in Oslo zu finden und fragte, ob sie andere Dinge gleich mitorganisieren sollte. Wie ernst sie das nehmen würde war uns beiden nicht bewusst.

Wenige Wochen vor unserer Ankunft, teilte sie uns mit, dass wir die Möglichkeit für zwei Apartments hätten. Eines davon wäre leer, weil die Geschwister gerade am Reisen wären. Im andere würde eine Frau wohnen, die aus Deutschland komme und einen Norweger geheiratet hätte. Da wir bisher gute Erfahrungen damit gemacht haben, bei Geschwistern zu wohnen, entschieden wir uns für diese Variante und witzigerweise lebt Györgyi gleich um die nächste Ecke.
Als nächstes teilte sie uns mit, dass sie sich für den Mittwoch, den wir da wären, frei genommen hätte und uns gern die Stadt zeigen könnte! Danach organisierte sie ein Abendessen bei anderen Geschwistern und zu guter letzt lud sie uns heute Morgen zum Frühstück in ihrer Wohnung ein, bevor sie mit uns in die Stadt gehen wollte.

Beim betreten der Wohnung von Györgyis WG trat uns schon der Duft nach Essen in die Nase! Sie hatte uns noch am Vortag gefragt worauf wir den Lust hätten und scheinbar hatte sie sich dazu entschlossen nicht nur ein Gericht zuzubereiten, sonder gleich vier Stück. Es gab Buttermilkbiscuits, frische Waffeln mit Sirup, Bacon und Rührei mit Thymian. Wow! Dazu gab es Saft und wenn wir wollten Kaffee oder Tee. Ihre Aussage dazu war, dass man in Ungarn Gäste füttert bis zum Tod. Na dann Mahlzeit :D

Es war einfach nur köstlich und nach einer guten Stunde brachen wir auf in Richtung Innenstadt. Am Montagabend hatte Clemens Axel kennen gelernt. Er arbeitet als Architekt in einem Büro in der Innenstadt und Clemens kam auf die Idee sich bei ihm zu erkundigen, ob wir ihn dort besuchen könnten! (So ist mein lieber Ehemann) Dies war heute Morgen unsere erste Anlaufstation. Axels Terminkalender war reichlich voll und trotzdem nahm er sich eine halbe Stunde Zeit uns durch sein Büro zu führen und ein paar Projekte zu zeigen. 

Danach ging es direkt vom Büro weiter zur neuen Oper von den Architekten Snohetta. Einmal rauf und wieder runter, danach ging es in den Shop. Die Sonne schien, wie am Tag zuvor, kräftig vom Himmel, aber da die Temperaturen hier gerade mal bei Anfang zwanzig Grad liegen, unterschätzt man die Kraft der Sonne ganz schön. Zwischen dem weißen Marmor, auf dem Dach der Oper, spürten wir dann doch die Hitze aufkommen. Von hier hatte man einen sehr schönen Blick auf die "Barcode" Gebäude, welche nahe am Bahnhof stehen, und ihren Namen auf Grund ihrer schmalen Silouhetten erhalten haben.
Langkaia 1, wo Axel sein Büro hat. Oslo.

Dasselbe Gebäude, gesehen vom Dach der ....

... Oper aus, welche beinahe komplett begehbar ist.



Eine Skulptur im Hafenbecken vor der Oper. Vielleicht ein Eisberg?



Blick vom Dach in den Innenraum der Oper.

Fassadendetail, Oper, Oslo.
Die "Barcode" Gebäude haben ihren Beinamen aufgrund der sehr unterschiedlichen Breiten, was aus diesem Winkel leider nur schlecht zu erkennen ist.

Statue im Wasser bei der Oper
Im Eingangsbereich

Blick zum Restaurant
Nicht nur mit Holz wurde im Innenraum gearbeitet







Von der Oper aus ging es weiter zur Festung. Unterwegs erzählte uns Györgyi, dass es in Oslo sehr viele Statuen gäbe. Dies war mir bereits am gestrigen Tage, ganz unabhängig vom Statuenpark, aufgefallen. Eine moderne Variante der Statue haben wir nahe des Nationalen Architekturmuseums entdeckt.
Mädchen mit Kopfhörer und Smartphone


Ein mini Elektroauto, angeblich gibt es dieses Modell bereits seit 20 Jahren
Die Festung selbst war nett anzusehen, aber irgendwie zog es unseren Blick mehr auf den Ausblick, als auf die Gebäude selbst. 
Gebäude in der Festung
Kein angrenzender Wohnblock, sondern der nächste Luxus-Liner, direkt vor der Festungsmauer.

Blick auf die Anker Brygge


Der Hunger stellte sich so langsam ein und so zog es uns zur Anker Brygge, welche wir bereits gestern mit Siri besucht hatten, um dort im Espresso House ein wenig zu Mittag zu essen. Bei einem (überteuerten) Bagel und einem erfrischenden Eisstee, genossen wir ein wenig Schatten, den Wind um die Nase und den Ausblick auf den Hafen.

Da am Abend die Treffen innerhalb der Familiengruppen anstehen und Györgyi noch etwas vorzubereiten hatte, zog es uns langsam Richtung Metro. Auf dem Weg stoppten wir noch beim Nobel-Friedenszentrum, passierten ein weiterers Mal das beeindruckende Rathaus, gingen zum Theater, wo wir noch einen gratis Eiskaffee bekamen und warfen einen kurzen Blick auf das Schloss, bevor wir in die Metro stiegen, um weiter Richtung Unterkunft zu fahren. 
Nobel-Friedenszentrum

Dekoration im Innenbereich


Rathaus von Oslo
Die Statuen am Fuße des Rathauses sind den hart arbeitenden Menschen Norwegens gewidmet.



Nationaltheater

Schloss der Königsfamilie

Die Zeit, bevor auch wir zu Familiengruppe starten, in der auch die Gemeindeleiter von Oslo sind, nutzen wir zum vervollständigen und Schreiben unserer Einträge. Noch immer lacht die Sonne und die Mägen freuen sich schon auf das anstehende BBQ :)

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