Wir haben nun zwei Tage hintereinander auf einem Camping Platz bei Olden verbracht. Der Grund dafür war der dringende Bedarf nach Unterwäsche, welche sich nach gut drei Wochen dem Ende zugeneigt hat.
Die Zeit haben wir genutzt um diverse Blogeinträge zu verfassen, darunter auch Nachträge. Ich konnte mich dem häkeln widmen und wir haben Zeit gefunden ausgiebig Rummikub zu spielen und die Kreuzfahrtschiffe zu beobachten, von denen eines am Mittwoch Abend zu den Klängen von "Time to say Goodbye" aus dem Fjord abgedampft ist.
| Blick auf Olden |
Den Donnerstag über haben wir die Strecke zwischen Olden und Bergen zurückgelegt. Unterwegs hat es ständig geregenet und trotz weniger Pausen, nur einer Fährfahrt und gerade mal 277km sind wir von 10-16:30 auf der Straße gewesen. Immer wieder über die Berge zu fahren und nur hin und wieder Tunnel zu verwenden zieht die Fahrtzeit dann doch etwas.
Da der Tag schon sehr fortgeschritten ist, beschließen wir die Boulderhalle zu besuchen. Nach kürzester Zeit vergeht mir leider etwas der Spaß, da selbst die einfachsten Routen ziemlich schwierig geschraubt sind und ich untentwegt von der Wand plumpse. Vielleicht liegt es an dem knapp ausgefallenen Mittagessen oder dem Duft nach frischgebackenen Waffeln, jedenfalls macht sich bei mir der Hunger breit und wir beschließen uns einen Camping Platz zu suchen.
Google sei dank, haben wir bei zwei von drei Camping Plätzen in der Bewertung gelesen, dass sie bei Regen ungeeignet seien, somit fahren wir gleich den Dritten von der Liste an. Er ist reichlich unpersönlich. Alles ist betoniert und uneben, sodass wir zum ersten Mal unsere Keile ausprobieren. Die Sanitärenanlagen sehen eher aus wieder die Räume einer Schlachterei. Nun gut, wir wollen zwei Nächte hier bleiben, damit wir den Freitag Bergen erkundigen können.
Am Abend wird gekocht, gehäkelt und gespielt und dann gehts ins Bett.
Freitag starten wir früh in Richtung Tramhaltestelle. Nachdem wir gestern bereits Schwierigkeiten hatten einen Parkplatz zu finden und so manche Straße ein echtes Abenteuer war, wollten wir den Bus einfach mal stehen lassen.
Gerade als wir beim Camping Platz aus der Rezeption treten, beginnt es zu regnen und der Mann hinter dem Tresen ruft uns noch "Welcome in Bergen" hinterher. In Norwegen scheint es wirklich vermehrt zu Regnen. Nach gut einer dreiviertel Stunde erreichen wir die Innenstadt.
Der Regen begleitet uns den kompletten Tag und nimmt uns beiden, zusammen mit der Masse an Touristen, welche sich durch die Innenstadt schiebt, ziemlich die Lust am Erkunden der Stadt. Alles erscheint uns voll und nass, nirgends schafft man es wirklich ein Foto zu schießen und auch das hantieren mit Kamera und Regenschirm ist etwas komplizierter und so bleibt die Kamera zum ersten Mal mehr in der Tasche als in meiner Hand. (Mal abgesehen davon ist Norwegen auch immer noch teuer: Eintritt zum Zwingerturm - 80 Kronen (8 Euro), Eintritt zum Harkon-Festsaal - 80 Kronen, Mittagstisch zu zweit - 368 Kronen, Kaffee und Keks - 144 Kronen, ... etc.)
Zuerst besuchen wir den Stadteil Bryggen, welcher der älteste Stadtteil Bergens ist, danach spazieren wir ein bisschen durch die Straßen, gucken hier und da in eine Kirche oder eine Burg, wollen aber nicht die Eintritte bezahlen.
| Häuser in Bryggen |
Der Hunger macht sich langsam breit und wir versuchen etwas zu finden, das uns bezahlbar erscheint (eine Pizza für 20 Euro fällt sicherlich nicht darunter). Wir landen in einem Thai Restaurant und verweilen dort gut eineinhalb Stunden, bei leckerem Essen und in Gespräche versunken. Was wollen wir bloß mit dem verregneten Tag anstellen? Kino vielleicht? Dieses liegt am Ende der Altstadt. Nachdem das Essen bezahlt ist, treten wir mit Regenschirm auf die Straße und biegen bei nächster Gelegenheit links ab. Keine 100m weiter bleiben wir vor einem Comicbuchladen stehen, so zumindest unser erster Eindruck von dem Geschäft. Nach kurzem Überlegen betreten wir den Laden und finden uns in einer großen, spezielleren und englischsprachigen Spieleabteilung wieder. Ich glaube wir haben rund eine Stunde damit zugebracht durch die Spiele zu gucken und auch kurz bei den Comics und Mangas vorbei zu schauen. Danach bewegen wir uns weiter Richtung Kino. Wir sehen nochmal ein paar ältere Gebäude, steile Straßen und eine Kirche. Bei Sonnenschein wäre die Stadt sicherlich schön anzusehen, auch laufen wir hier und da mal an einem kleinen grünen Park vorbei. Den Sommer haben wir hier definitiv erreicht, nur dass die Temperaturen etwas kühler erscheinen.
Die (englischsprachigen) Kinofilme beginnen erst am Abend und so lange wollen wir nicht warten. Was nun? Ein Café? :D Ein paar Straßen weiter betreten wir das Blom und vertiefen uns bei Milchkaffee, Kakao und Keksen wieder in unsere Gespräche und Träumereien.
Nach einer Stunde überlegen wir den Comicladen ein weiteres Mal anzulaufen und uns ein Spiel zuzulegen. Wir lassen uns vor Ort beraten und kaufen ein schönes Spiel für zwei, welches wir am Abend zurück auf dem Camping Platz noch ausprobieren.
Morgen geht die Fahrt Richtung Oslo. Auf der Strecke soll es noch ein paar nette Orte geben, bei denen wir anhalten wollen. Desweiteren haben wir einen Ferienpark gefunden, bei dem wir zwei Nächte campen wollen. Nicht nur, dass man hier mal nicht für die Duschen bezahlen muss, es gibt hier auch viele Aktivitäten (Hochseilgarten, Quadverleih, Tiere zum Streicheln) die uns locken. Wir setzen auf einen schönen letzten Tag, bevor es für die nächsten zwei Wochen in die größeren Städte, Oslo, Göteborg und Stockholm geht.
Mal sehen wie wir das verkraften, nachdem wir in den letzten Wochen meistens zu zweit unterwegs gewesen sind und uns Helsinki und Bergen schon voll vorgekommen waren.
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