Dienstag, 13. Juni 2017

Über und unter, hinter und durch Oslo

Nach wieder einmal einem gemütlichen Start ging es für uns heute als erstes zur Bushaltestelle in Richtung Holmenkollen, dem Skisprung-Berg im Norden der Stadt. Weil man an der Bushaltestelle keine Tickets kaufen konnte, mussten wir dann doch noch ein wenig hin und her laufen, bis wir dann abgefahren sind.

Von der Endhaltestelle aus, die bereits ein gutes Stück bergauf liegt, mussten wir noch einige Treppen und Serpentinen weiter nach oben gehen, um zur U-Bahn-Haltestelle zu kommen (sie fährt nur in der Innenstadt unterirdisch), die uns noch weiter nach oben brachte. Unser Plan war es nun, von hieraus wieder einen Teil der Strecke nach unten zu gehen, das Restaurant und die Skisprungschanzen unterwegs zu besichtigen, und die Aussicht über Oslo und den Fjord zu genießen. Das ist uns geglückt :D
Das Café/Restaurant oberhalb Oslos.



Eine kleine Kräftigung.

Aussicht auf die Stadt. Sieht von weitem gar nicht so groß aus.


Skispringschanze Nr. 1, rückwertige Ansicht, Oslo.


Holmenkollen-Kapelle, aus Holz, Oslo.

Skisprungschanze Nr. 2, Ansicht 1, Holmenkollen, Oslo.

Skisprungschanze im Halbprofil.

Skisprungschanze von fast vorne. Aus dieser Perspektive sind die Ausmaße kaum noch zu erahnen.
Der Sprungschanze gegenüber sitzen zwei....

... Trolle und genießen den Ausblick auf das Spektakel (wenn es denn eines gibt).



Fotogener Elch.

Überall Statuen und Kunstwerke in dieser Stadt...

Ausblick über den Fjord. Doch nicht etwa Regen?

Ausblick in Richtung Stadt, Oslo.

Vom Ende unserer Wanderstrecke aus ging es wieder mit der U-Bahn in Richtung Stadtzentrum. Von der ersten Haltestelle in der Innenstadt aus sind wir zu Fuß zum Vigeland-Park gegangen. In der Anlage, die selbst ebenfalls vom Künstler Gustav Vigeland entworfen ist, stehen über 200 Statuen und Skulpturen, die allesamt menschliche Motive zeigen, in den unterschiedlichsten (Lebens-)Situationen - und natürlich alle nackt. Über die Details der Bronze- und Granitstatuen, einzelne Haarstränen, Muskelstränge, Gesichtszüge und sogar einzelne Äderchen, muss man sich echt wundern. Neben vielen einzelnen Skulpturen gibt es auch mehrere, die zu regelrechten Kompositionen zusammengefügt wurden: Ein Brunnen, in dessen Mitte acht riesige Figuren eine Schale stemmen, aus der das Wasser fließt, gesäumt von unzähligen Halbrelieffen am Rande des Brunnens, umgeben von einem minutiösen, geometrischen Labyrinth, dass aus den schwarzen und weißen Bodenfliesen gelegt wurde... Überhaupt fällt stark auf, dass die gesamte Anlage mit ihrer Gradlinigkeit und geometrischen Präzision den krassen Kontrast zu den organischen Skulpturen bildet - ich bin aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, aber seht selbst.
Brücke über einen Flußlauf, gesäumt von Figuren.








Um den Brunnen herum standen lauter Bäume, in und an denen die Figuren drappiert waren.

Details des Obelisken.



Der Obelisk mit umliegenden Skulpturen.

Andere Perspektive, andere Skulpturen.





Organisch und geometrisch. Man beachte auch das Ornament zwischen der Skulptur und der Laterne. Von diesen Ornamenten gab es Dutzende, überall dort wo es gepasst hat, und alle waren unterschiedlich!

Als wir uns bereits auf dem Rückweg aus dem Park befanden, fing es dann an zu regnen. Es gab einen richtig schönen Sommerregen - und zum Glück genügend Bäume zum Unterstellen.

An der Haltestelle "Nationaltheater" haben wir uns mit einer Freundin von mir getroffen, die ich noch aus meinem Auslandssemester in den USA kannte. Leider hatten wir nur wenig Zeit, aber es war ein schönes Treffen nach langer Zeit mit einem wirklich schönen Gespräch.

Wir mussten dann nämlich bald wieder aufbrechen, weil wir am Abend zum Essen bei anderen Geschwistern eingeladen waren. Etwas im Osten der Stadt, jedoch mit der Schnellbahn gut erschlossen, liegt Lilleström. Dort haben wir Chris, Kristine und Havtor (8 Monate) getroffen und zum ersten Mal traditionell norwegisches Essen gehabt. Es gab hausgemachte Kartoffelklöße (mit Blumenkohl, wenn ich mich nicht irre), dazu Steckrübe, Schinken und eine Soße, die unter anderem den typisch norwegischen braunen Käse enthält. Nach dem Essen haben wir noch drei Stunden weiter geredet, bis wir uns dann doch ein bisschen beeilen mussten, um noch eine zeitige Verbindung zurück zu unserer Gastfamilie zu bekommen.

Der Fahrplan der S-Bahnen. Eine Wohltat für Designer, ist es nicht?
Als wir gegen 11 zuhause angekommen sind, reichlich erschöpft vom Tag in der Sonne und an der frischen Luft, haben wir tatsächlich noch den Hausherren angetroffen, der noch etwas für seine Arbeit zu erledigen hatte. Nach einem kurzen Gespräch haben wir uns dann aber auch ins Bett verabschiedet und sind beinahe unmittelbar in tiefsten Schlummer versunken.

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