Dank der Ferien hatte der Großteil der Familie heute Morgen frei und Zeit, um mit uns zu frühstücken. Da wir erst gegen Abend in Hamburg ankommen wollten und zusätzlich das Portfolio bei der Universität in Kopenhagen abholen wollten, starteten wir einfach nach dem Frühstück ein weiteres Mal in die Innenstadt.
Mit der S-Bahn ging es wieder zügig rein ins City Center. Noch einmal konnten wir ein wenig durch die Straßen der Altstadt schlendern, bis wir zum Anleger des Wasserbusses kamen, der uns direkt vor der Oper wieder absetzte.
Irgendwie merkten wir beide, dass die Stimmung gedrückt war. Die Reise kam nun also zu ihrem Ende. Nur noch wenige Stunden bis wir auch diese letzte Station vor Deutschland wieder verlassen würden. Auch wenn sich das nächste Kapitel bereits anbahnt, ist es doch auch ein Abschiednehmen von dem, was wir bisher erlebt haben.
An der Oper vorbei ging es für uns weiter zur Universität, der KADK, um Sarah's handgebundenes Portfolio ihrer Bewerbung auf einen Masterplatz abzuholen. Nach sechs durchwühlten Kisten voller Portfolios abgelehnter Bewerber fanden wir es endlich - zusammen mit dem einer Freundin aus München, das wir kurzer Hand auch einfach mitnahmen.
Nebenan gingen wir in eine moderne Markthalle, einen Street-Food-Basar, um uns mit Mittagessen zu versorgen. Es gab Falaffel für uns - nach wie vor alles andere als günstig.
Wieder gestärkt und draußen sehen wir die gedrehte Turmspitze der Erlöserkirche, an der wir nun sehr nah dran sein mussten. Wir suchten, fanden und besichtigten sie und waren dabei erstaunt über die aufwendig verzierte Innengestaltung des Gebäudes. Insbesondere die schwarze Orgel fiel uns auf.
Nach der Besichtigung begaben wir uns auf den Rückweg zu unseren Gastgebern und unserem Auto. Dafür nahmen wir die U-Bahn bis zum Hauptbahnhof. Ich fand es hier bemerkenswert, dass die Züge allesamt fahrerlos unterwegs waren. Die Gleise sind vom Bahnsteig durch eine weitere Glaswand abgetrennt, wie man es vielleicht von Transitzügen auf Flughäfen kennt. Die Bahnen selbst waren recht kurz, kamen dafür aber auch im 2-3 Minutentakt.
Noch einmal durften wir uns nun schweren Herzens von unseren Gastgebern verabschieden. Im Hause der Familie war bereits die Vorbereitung zur Abschluss-/Abschiedsfeier in vollem Gange und auch die Großeltern waren noch kurz zu Besuch da, doch für eine herzliche Umarmung und liebe Abschiedsworte gab es noch genügend Zeit. Vielen Dank, Familie Branner!
Für uns ging es wieder auf die Straße. Umgehung Kopenhagen, dann auf der Autobahn Richtung Rödby. Eine letzte Fährfahrt und wir sind zurück auf deutschem Boden. Dass wir wieder in Deutschland sind, macht uns auch der Mercedes-Cabrio-Fahrer klar, der erst innerhalb der Kolonne scharf überholt und danach auf der Fehmarn-Sund-Brücke langsamer wird und Schlangenlinien auf dem Mittelstreifen fährt, um seiner Mitfahrerin irgendwas zu zeigen.
Wieder Autobahn, zweispurig, dann drei- und vierspurig. Auch das kommt einem befremdlich vor, nachdem wir uns über fast ein Jahr mit ein- und zweispurigen Straßen begnügt haben.
In Hamburg angekommen gibt es ein Wiedersehen mit der leiblichen Familie: Mein Bruder und seine Verlobte nehmen uns auf - auch dafür vielen Dank! Wir essen gut und unterhalten uns viel. Da wir uns ja zuletzt zu Ostern gesehen hatten, müssen wir nicht über das gesamte Jahr berichten, stellen uns aber schon innerlich darauf ein, dass uns das demnächst öfters passieren werden wird...
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