Ich bin höchst erfreut darüber, wie gut es mir am Morgen nach der Feier geht. Natürlich bin ich ein bisschen groggy, als nach fünf Stunden der Wecker klingelt und ich ins Bad wanke, ich fühle mich aber auf jeden Fall schon einmal nicht verkatert. Das bedeutet, meine Selbsteinschätzung hat funktioniert und der Plan "man soll gehen, wenn's am schönsten ist," ist aufgegangen.
Duschen, anziehen, frühstücken, Sachen packen, auschecken, und dann: warten. Ich bin mit Janis verabredet, der mich mit zum Gottesdienst nimmt. Während die Kollegen aus Tallinn entweder bereits im Bus unterwegs sind oder gerade auf den nächsten warten, kommt meine Mitfahrgelegenheit von Vollgas mit quietschenden Reifen auf dem Taxistand zum stehen. Keine Zeit für Fragen! Rein, Tür zu und los!
Janis ist alleine gekommen, weil Mare krank von einer Geschäftsreise zurückgekehrt ist. Wir erreichen das andere Raddison Blu, in dem der Gottesdienst stattfindet, mit einem ausreichenden Zeitpuffer. Vor dem Saal treffe ich schon die ersten Geschwister wieder, die wir auf unserer Durchreise im Sommer schon kennengelernt haben - aber auch Geschwister aus unserer Gemeinde in Tallinn sind dabei, ganz überraschend.
Vor, während und nach dem Gottesdienst (es gibt zwischendurch eine kurze Pause genau zu diesem Zweck) gibt es noch mehr Gelegenheit, sich mit den Geschwistern zu unterhalten. Ein Bruder aus Florida ist zu Besuch, der eigentlich in Stuttgart stationiert ist und sozusagen ebenfalls geschäftlich über's Wochenende in Riga ist. Insgesamt gibt es an dem Tag acht Gäste aus anderen Gemeinden, was im Verhältnis zu der relativ kleinen Gemeinde schon ins Gewicht fällt.
Nach dem Gottesdienst gehen Janis und ich etwas zu essen abgreifen und treffen dabei wieder weitere Geschwister. Am späteren Nachmittag findet bei Janis und Mare zuhause noch ein Treffen der Studentengruppe statt, weshalb er noch viel telefonieren und organisieren muss. Trotzdem habe ich das Wiedersehen sehr genossen.
Nach dem Mittagessen waren wir noch kurz bei den beiden zuhause. Es gab eine große Tasse Tee und noch einen Moment lang die Gelegenheit, sich zu unterhalten. Als die Studenten dann da waren und mit ihren Spielen begonnen haben (Siedler und Carcassonne wurde aufgebaut), wurde es für mich Zeit zu gehen.
Janis und Mare bringen mich noch zum Busbahnhof und als der Bus rumpelnd über das Kopfsteinpflaster rangiert und dann in den Verkehr der Schnellstraße einfädelt, naht auch der Sonnenuntergang bereits. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein wunderschönes Wiedersehen mit guten Freunden aus einer fremden Stadt. Doch bevor ich wehmütig werde: Nächstes Wochenende sind wir ja schon wieder da!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen