Da sich der Freitag mit eindeutig besserem Wetter zeigte, entschlossen wir uns nach einem gemeinsamen Frühstück in der Thees'schen Wohnung - dieses mal mit Baguettes und weniger harten Brötchen - auf den Weg in die Altstadt zu machen.
Der Einfachheit halber lotsten wir die Familie einfach den Weg entlang, den wir bei der Schnitzeljagd eine Woche zuvor gemacht hatten. Am ersten Aussichtspunkt angekommen, war es... na sagen wir mal 12:00 und das Schild mit der Aufschrift "Glöögi" (Glühwein) zum mitnehmen lockte uns alle an. Trotz des Sonnenscheins war es gut windig und ein bisschen frisch, daher kam uns das warme, viel zu überteuerte Getränk gerade gelegen. Clemens und ich kamen uns glatt wie Touristen vor ^^
Für den Nachmittag hatten wir uns überlegt, in die Boulderhalle zu gehen. Wir konnten nur Blanka und Conny zum klettern begeistern, daher hat Timo die Zeit für sich allein genutzt und auch Clemens Eltern sind für sich losgezogen. Zuvor gab es aber noch deftig Bratkartoffeln, die uns Thea auf den Tisch gezaubert hat. Für sieben Mann zu kochen stelle ich mir nicht so leicht vor, ich bin manchmal ja schon bei vieren aufgeschmissen zu wissen wieviel zu wenig oder zu viel ist. Von meiner Seite aus ein großes Lob an Thea und ihre Kochkünste. Mit vereinten Kräften und etwas Gewusel durch die Küche sind wir dann alle gut in unsere Nachmittagsplanung gestartet.
Am Abend, nachdem Clemens und ich uns nochmal für eine Stunde mit der Studentengruppe getroffen hatten, ging es zum Flughafen. Nach fast vier Jahren unregelmäßigen Kontaktes, habe ich meinen Schulfreund Ayoscha aus der Abizeit wiedergesehen. Das letzte Mal, dass wir uns gesehen hatten, war vor meinem Studienantritt, dementsprechend gab es ein paar kleine Tränchen zum Wiedersehen.
Mit Sack und Pack ging es in unsere Wohnung und nach einem Happen zu essen weiter in die Altstadt um im "Hell Hunt" (Sanfter Wolf) auf die restliche Familie zu treffen. Hier kreisten bereits verschiedene Biersorten über den Tisch, wofür der Hell Hunt bekannt ist. Auch Clemens, Ayoscha und ich suchten uns jeweils eines von den rund 80 Sorten aus und waren kurze Zeit später tief ins Gespräch versunken.
Gegen Mitternacht überredete uns Blanka dazu, in die Valli Bar weiterzugehen, weil ihr Reiseführer meinte, dass man hier den Jelly Shot (ein Schnaps mit ordentlich Tabasko) probieren sollte. Angeblich ein ganz tolles Erlebnis, was die sieben Beteiligten der Runde überhaupt nicht überzeugen konnte. Mit brennenden Zungen haben wir uns auf die Suche nach einer Karaoke Bar gemacht und sind dann tatsächlich in einer gelandet, bei der das Publikum ausschließlich aus älteren Finnen bestand.
Nachträglich hörten wir davon das Finnen gern Karaoke singen, es aber nicht besonders gut können. Nach kurzer Zeit in der etwas merkwürdigen Karaoke Bar haben wir uns dann aber doch alle auf den Heimweg gemacht.
| Ein paar englischsprachige Lieder gab es zu finden... |
Da es Ayoscha noch nach einem Mitternachtsnack verlangte, machten wir einen kleinen Abstecher bei McDonalds. Clemens und ich hatten das letzte Mal einen in Deutschland besucht. Dieser hier in Tallinn war schon etwas besonderes, man bestellte entweder bei einer Person oder konnte an einem der vielen Touch Bildschirme seine Bestellung eingeben, dann zahlen und im Anschluss gab es eine Wartenummer, die dann aufgerufen wurde. Fast Food mal etwas anders und nicht ganz so fast.
Tatsächlich war dies der erste Abende an denen Clemens und ich mal das Nachtleben Tallinns kennen gelernt haben. Danke an alle Beteiligten :D
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